"Wendepunkt" - Tanztheater mit Frauen nach einer Krebserkrankung


Dieses Projekt startete mit einem Kennenlernseminar 2016                                      im Kloster Bernried und einem einjährigen Workshop im Jahr 2017



Die Darstellerinnen


Silvia Geyer

"Die Krankheit war für mich der Impuls,
mich wieder auf mich selbst zu besinnen."

 

 

Diana Waltner

"Jede Aufgabe ist eine Bereicherung,
jede
gemeisterte Aufgabe ist mein Sieg."


 

Petra Stadler

"Die Krebserkrankung war eine tiefgreifende Erfahrung, die meine Sicht auf's Leben positiv verändert hat. "

 

Lynn Baginski

"Die Arbeit mit den Frauen lehrt mich Demut.
Gesundheit und Zufriedenheit sind keine Selbstverständlichkeit."

Susanne

""Ich bin dankbar, dass das Karzinom begrenzt war und mir die Chance gibt, mein Leben bewusster in die Hand zu nehmen."

 

 



Wie alles entstand
Der Gedanke zu dem Tanztheater entstand während meiner Tätigkeit als Tanztherapeutin bei der Bayerischen Krebsgesellschaft. Dort gebe ich seit über 9 Jahren einmal im Monat ein Tagesseminar für Menschen mit/nach Krebs.

Die Geschichten der Menschen berühren mich immer wieder aufs Neue. Auffallend oft wird berichtet, dass sich der Freundes- und Bekanntenkreis minimiert. Offenbar gibt es auf Seiten der Freunde, Kollegen und Bekannten Berührungsängste mit dem Thema Krebs. Natürlich werden die Mitmenschen und Mitbetroffenen mit eigenen Ängsten, ihrer Hilflosigkeit und der Sorge um den Erkrankten  konfrontiert und zum Teil extrem belastet. Nicht selten werden sie damit alleine gelassen.

Wir wollen mit dem Stück "Wendepunkt" Brücken bauen, Mut machen, aber natürlich auch der Betroffenheit und Traurigkeit Raum geben. Es gibt fröhliche, optimistische und auch traurige Passagen.

Die einzelnen Szenen von "Wendepunkt" erzählen individuelle Geschichten. Diese wurden mir tatsächlich so erzählt und wir haben versucht, sie in Tanz, Bewegung, Gesang und in gesprochene Texte in einer Weise zu verpacken, dass es für den Zuschauer ein abwechslungsreicher und interessanter Abend wird.

Der Titel "Wendepunkt" entstand, weil all die Frauen, die an dem Projekt beteiligt sind, tatsächlich eine Wende im Leben durch den Krebs vollziehen mussten und zum Teil auch wollten. Für einige änderte sich das Leben dramatisch.

Die Darstellerinnen sind sehr mutig und engagiert in dieses Tanzprojekt gestartet. Ihnen gilt mein ganzer Respekt. Das Zusammenwirken während der Kennenlern- und Probenphase war einzigartig! Die Premiere im April 2018 ein voller Erfolg. 

Ich habe einige meiner Klientinnen an den Krebs verloren. Ihnen möchte ich mit meiner Tanzeinlage, die eine eigene, in sich geschlossene Geschichte erzählt, ein Andenken setzen.

Lynn Baginski

 


Ein besonderes High-Light war der Besuch von Sabine März-Lerch vom Bayerischen Rundfunk bei einer unserer Proben.

Das Interview mit uns wurde am Tag unserer Premiere im "Notizbuch" auf BR 2 ausgestrahlt und bescherte uns eine Menge Besucher. Inzwischen kann man diesen gelungenen Beitrag leider nicht mehr im Podcast nach hören.


Bayerische Krebsgesellschaft e.V. schreibt:
Wendepunkt Tanztheater spendet
Tanztherapeutin Lynn Baginski und Frau Diana Waltner übergaben im Mai eine Spende von 615 Euro an unsere Beratungsstelle München. Gesammelt wurde das Geld – anstelle von Eintritt – bei der Premiere des Wendepunkt-Tanztheaters am 13. April im Bürgerhaus Gräfelfing. Dort führten Frauen mit Krebs ein gemeinsam mit der Tanztherapeutin Lynn Baginski geschriebenes Stück auf, in dem sie Geschichten ihres Genesungsprozesses verarbeiteten. Die Frauen hatten sich zuvor bei der Tanztherapie in der Bayerischen Krebsgesellschaft kennengelernt. Die Vorführung fand großen Anklang bei den Zuschauern. Deshalb ist schon eine zweite Aufführung im Oktober in der Mohr-Villa geplant.

 


Ingo Bauernfeind, Chefarzt der Frauenklinik im Klinikum Landshut und Leiter des interdisziplinären Brustzentrums sagt:


"Authentisch. Die Geschichte der Erkrankung von der Diagnose zur OP und zu den Medikamenten und selbst der Tod wird nicht ausgeklammert. All das wird im Tanz verarbeitet und wunderbar gefühlvoll, nie kitschig, sehr kreativ dargestellt, um zu zeigen, wie es wirklich ist. Noch nie habe ich in 70 Minuten die ganze Brustkrebsdramatik, das Ganze auf und ab von Krankheit und Hoffnung so kompakt und ehrlich auf der Bühne gesehen."